Die Industrie im Wandel – und die Instandhaltung mittendrin
Auch wenn die Stimmung in der Industrie weiterhin eher trüb ist, gibt es positive Signale. Nach drei positiven Quartalen sieht der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erste Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur und hat seine Wachstumsprognose verdoppelt.
Statt der bisher erwarteten 0,5 Prozent rechnet der BVR für das laufende Jahr nun mit einem preisbereinigten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent. Die Wirtschaft erholt sich also langsam. Die Herausforderungen bleiben trotzdem bestehen. Ein Thema steht dabei weit oben auf der Agenda: die Digitalisierung.
Instandhaltung – ein notwendiges Übel?
Datengestützte Prozessketten ermöglichen eine effizientere Produktion und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit. Modernes Anlagenmanagement und Smart Maintenance spielen dabei eine zentrale Rolle.
Denn in der Instandhaltung entstehen und liegen viele der Maschinendaten, die später als Grundlage für weitere Prozesse dienen. Trotzdem wird die Instandhaltung in vielen Unternehmen noch immer als notwendiges Übel betrachtet.
Doch es findet ein Umdenken statt. Unternehmen erkennen zunehmend, dass digitale Transformation nicht bedeutet, einfach 100 Microsoft-Copilot-Lizenzen zu kaufen und darauf zu warten, dass die KI den Rest erledigt. Übrigens: Das ist kein theoretisches Beispiel, sondern eine reale Geschichte von den Instandhaltungstagen in Salzburg.
Erst verstehen, dann digitalisieren
Bevor neue Technologien eingesetzt werden, müssen die bestehenden Strukturen analysiert und verstanden werden. Aus belastbaren Stammdaten entsteht eine Wissensbasis, die Prozesse transparenter macht und damit die Grundlage für Verbesserungen schafft.
Dafür braucht es einen ganzheitlichen Ansatz – und vor allem die Einbindung der Mitarbeiter.
Sie müssen die Veränderungen verstehen und einen konkreten Mehrwert darin erkennen. Das hat übrigens auch der Geschäftsführer mit seinen Copilot-Lizenzen teuer gelernt. Nach zwei Wochen Herumspielen ging die Nutzung der KI gegen null. Warum? Weil die Mitarbeiter keinen Mehrwert erkannten. Es hatte sie schlichtweg niemand entsprechend auf den Einsatz vorbereitet.

Der Wille ist da – aber es geht nur gemeinsam
Dass der Wille zur Veränderung vorhanden ist, hat auch unser erster regionaler KMU-Infotag „Produktionsfit“ gemeinsam mit dem IDPM am 22. Juli an der Hochschule Ansbach gezeigt.
Die zentrale Erkenntnis: Digitalisierung bedeutet weit mehr als den planlosen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wer Produktionsprozesse zukunftsfähig transformieren will, muss bei den Grundlagen ansetzen. Smarte Instandhaltung und modernes Anlagenmanagement bilden dabei das Fundament.
Neue Geschäftsmodelle sind gefragt
Der intensive Austausch zwischen Industrie, Forschung und Lösungsanbietern bei „Produktionsfit“ hat gezeigt, wie groß der Informationsbedarf ist. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Suche nach einem passenden Produkt. Gefragt sind zunehmend strategische Partnerschaften.
Das bedeutet auch für die Anbieter ein Umdenken: vom Verkäufer zum Partner.
Gerade für mittelständische Unternehmen sind die technologischen Herausforderungen inzwischen so komplex, dass eine erfolgreiche Umsetzung häufig eine langfristige Begleitung erfordert. Gesucht werden Partner, die die Prozesse des Kunden verstehen – und nicht nur ihr eigenes Produkt platzieren wollen.
Zusammen stark
Auch bei der Umsetzung reicht es häufig nicht, lediglich die eigene Lösung zu installieren. Kunden erwarten zunehmend ganzheitliche Ansätze.
Diese lassen sich wiederum oft nur gemeinsam mit Partnern realisieren. Diesen Trend haben große Marktführer bereits erkannt. Beispiele sind das Siemens-Xcelerator-Netzwerk oder die Kooperation von Bosch und Pepperl+Fuchs beim digitalen Zwilling.
Auch Unternehmen aus dem Instandhaltungsmarkt gehen diesen Weg. Ein Beispiel ist ein Softwareanbieter für Obsoleszenzmanagement, der ein gemeinsames Angebot mit Ersatzteillieferanten, Industrieserviceanbietern und Komponentenherstellern entwickelt.
Neue Chancen mit der Zusammenarbeit von Industrie- und Instandhaltungsanbietern
Modernes Anlagenmanagement wird damit auch für klassische Industrieanbieter immer interessanter, die sich bisher auf ihre spezifischen Komponenten konzentriert haben.
Denn Kunden suchen zunehmend nach interdisziplinären Lösungen, die nicht am Sensor oder Antrieb enden. Damit rücken auch Themen wie vorausschauende Instandhaltung, Condition Monitoring und Maschinendatenanalyse stärker in den Fokus.
Das eröffnet ein breites Feld für zukünftige Partnerschaften – bis hin zu OEM-Modellen.
Gemeinsam statt im Silo
Was uns wieder zurück zum Anfang und zum möglichen Aufschwung bringt: Die kommenden Herausforderungen werden nur gemeinsam zu bewältigen sein.
Einzelkämpfer und Silodenker werden nicht überleben.
InstandX wird diese dynamische Entwicklung weiterhin aktiv begleiten. Mit unserem Netzwerk bringen wir die verschiedenen Akteure zusammen und schaffen eine Plattform, um Smart Maintenance und modernes Anlagenmanagement stärker in den Fokus der Entscheider zu rücken.
Geplante InstandX Veranstaltungen

Forum Produktionsfit auf der AMB
18. September 2026 | 14.15–16.30 Uhr | AMB-Stage, Stuttgart

Digitalisierung bedeutet weit mehr als den planlosen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Sie beginnt mit belastbaren Stammdaten, aktueller Dokumentation, transparenten Prozessen und einer gemeinsamen Wissensbasis.
Genau hier setzt das Forum Produktionsfit an. Praxisbezogene Vorträge von Credular, Profactor und Factory Data Solutions zeigen, worauf es bei der digitalen Transformation ankommt und geben konkrete Entscheidungshilfen für die Praxis.
Forum Produktionsfit auf der AMB
→ Wissen mitnehmen. Perspektiven gewinnen. Entscheidungen treffen.
Smart Maintenance Lounge auf der LogiMAT 2027
16.–18. März 2027 | Stuttgart

Smart Maintenance wird auch für die Intralogistik immer relevanter. Doch gerade Top-Level-Entscheider wissen häufig noch nicht, welche Möglichkeiten sich durch intelligente Instandhaltung und modernes Anlagenmanagement eröffnen.
Die Smart Maintenance Lounge bietet deshalb einen kompakten Überblick über aktuelle Trends, Technologien und Lösungen. An den Demo-Points können Besucher Anwendungen praxisnah erleben und direkt mit den Anbietern ins Gespräch kommen. Über ein Matchmaking-System lassen sich bereits im Vorfeld individuelle Gesprächstermine vereinbaren, um konkrete Anforderungen und Fragestellungen direkt mit den passenden Experten zu diskutieren.
Smart Maintenance Lounge auf der LogiMAT
→ Lösungen entdecken. Experten treffen. Potenziale erkennen.
Pavillon Smart Maintenance+ auf der automatica 2027
22.–25. Juni 2027 | München

Wie produziert man mehr mit weniger Ressourcen?
Der Pavillon Smart Maintenance+ zeigt auf der automatica den gesamten Weg einer modernen Instandhaltung – von der Erfassung relevanter Anlagendaten über deren intelligente Analyse bis hin zur effizienten Umsetzung konkreter Maßnahmen. Durch eine klare Strukturierung der Ausstellungsfläche in diese drei Bereiche kann sich der Besucher einfach orientieren.
Dabei richtet sich das Konzept nicht nur an Instandhaltungsexperten. Auch technische und kaufmännische Entscheider erhalten einen praxisnahen Einstieg in Smart Maintenance und modernes Anlagenmanagement.
Der Pavillon schafft damit einen zentralen Anlaufpunkt für Technologien, Lösungen und Dienstleistungen, die dabei helfen, Anlagenverfügbarkeit zu steigern, Prozesse zu optimieren und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

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